Discussion:
80er Radio zum Mitschneiden (was: City - Am Fenster (1978))
(zu alt für eine Antwort)
Andreas Kohlbach
2020-12-28 02:23:42 UTC
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Es gab nachts mitunter spezielle Musiksendungen...
Da ist wohl vieles an mir vorbei gegangen.
Wie gesagt, die Sender/Sendungen die ich hörte/höre spielten/spielen
zwar auch ab und an längere Stücke, ist aber doch selten.
Allerdings kann ich mich noch an Sendungen erinnern, wo vor und nach
den Liedern eine kleine Pause war, und die Stücke voll ausgespielt
wurden.
Die Pausen waren extra für Leute die mitschneiden wollten.
So was gibt es Heute wohl nicht mehr.
Gibt es überhaupt noch "Mitschneiden"?
Youtube und Co. wurden schon genannt.
In Wessiland wirkte damals[tm] Alan Bangs. Der hatte, wenn ich mich
recht erinnere, keine Hemmungen, längere Titel voll auszuspielen.
<https://en.wikipedia.org/wiki/Alan_Bangs>
Kommt sicher drauf an, in welcher Besatzungszone man lebte. Bangs sagt
mir was, da ich oft BFBS hörte.

Deutsche Sender, wie NDR 2, waren in den 70ern und frühen 80ern mit ihren
Schlagerparaden unerträglich für die Ohren eines Teens (meine :-), da
sprang BFBS ein. Die gibt es heute noch, sind aber austauschbar mit jedem
anderen Formatradio-Sender.

Die Ausnahme war damals Die Internationale Hitparade mit Wolf-Dieter
Stubel, die es seit 1967 gab, als ich noch mit der Rassel um den
Laufstall gerannt bin. Er hat die Stücke fast immer ausgespielt. Kam
unerwartet das Verkehrsstudio dazwischen, entschuldigte er sich fast (er
konnte ja nichts dafür), um das Stück von vorn zu spielen. Ich erinnere
mich an eine Sendung des Jahres 1978, als Deutschland im Winter-Chaos
versank. Das Verkehrsstudio hatte am Ende mehr Zeit auf dem Äther als die
Musik. Wurde wohl nur etwas mehr als die Hälfte der Stücke wie sonst
gespielt.

Aber 1985 kamen dann die ersten Privaten, und die Musik wurde bis zum
Ende der 1980er erträglicher, bis auch diese ins Durchhör-Format
abrutschten.

Ich wage mal in Sprung nach de.alt.hoerfunk. Die könnte etwas Traffic
gebrauchen. Noch dazu ist dies dort on topic. :-)
--
Andreas

https://news-commentaries.blogspot.com/
wolfgang sch
2020-12-28 07:28:54 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Gibt es überhaupt noch "Mitschneiden"?
Youtube und Co. wurden schon genannt.
Es macht heute keinen Sinn mehr, Musik aus dem Radio aufzunehmen.
Post by Andreas Kohlbach
Kommt sicher drauf an, in welcher Besatzungszone man lebte.
Sowohl RIAS wie SFB achteten darauf, in den Charts-Sendungen jedes
Stück bis zum letzten Tropfen auszuspielen. Der SFB hatte auch eine
Sendung, in der ganze LP-Seiten ausgespielt wurden. Die DDR-Sender
sowieso.
Post by Andreas Kohlbach
Deutsche Sender, wie NDR 2, waren in den 70ern und frühen 80ern mit ihren
Schlagerparaden unerträglich für die Ohren eines Teens (meine :-), da
sprang BFBS ein. Die gibt es heute noch, sind aber austauschbar mit jedem
anderen Formatradio-Sender.
Damals war BFBS der Draht nach Hause, und brachte deshalb einen
Querschnitt der wichtigsten Sendungen in den BBC-Inlandsprogrammen. Die
kann man heute überall per Internet hören, deswegen hat BFBS jetzt mehr
die Funktion für militärinterne Infos.
--
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Achim Ebeling
2020-12-28 08:52:59 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Gibt es überhaupt noch "Mitschneiden"?
Youtube und Co. wurden schon genannt.
Das war aber nicht gemeint.
--
Bis denne
Achim
Marc Olschok
2020-12-29 00:18:58 UTC
Permalink
Post by Achim Ebeling
Post by Andreas Kohlbach
Gibt es überhaupt noch "Mitschneiden"?
Youtube und Co. wurden schon genannt.
Das war aber nicht gemeint.
Die heutige Version des "Mitschneidens" wäre das Abgreifen des
Internet-Streams des betreffenden Senders mit nachfolgendem Zuschneiden
des gespeicherten mp3. Das mache ich z.B. bei den Musiknächten des
DLF in der Nacht zum Samstag (geht von 1 Uhr bis 6 Uhr).
--
M.O.
Andreas Kohlbach
2020-12-29 07:24:49 UTC
Permalink
Post by Marc Olschok
Post by Achim Ebeling
Post by Andreas Kohlbach
Gibt es überhaupt noch "Mitschneiden"?
Youtube und Co. wurden schon genannt.
Das war aber nicht gemeint.
Die heutige Version des "Mitschneidens" wäre das Abgreifen des
Internet-Streams des betreffenden Senders mit nachfolgendem Zuschneiden
des gespeicherten mp3. Das mache ich z.B. bei den Musiknächten des
DLF in der Nacht zum Samstag (geht von 1 Uhr bis 6 Uhr).
Das ist heute zu einfach (siehe meine Liste der MP3s, die ich hier aber
nicht poste ;-).

Damals, als wir noch mit den Zähnen die Löcher in die Lochkarten
stanzten, war es eine Kunst, im Radio mitzuschneiden. Mit meinem ITT
Kassetten-Rekorder (bei dem Wort schaudert es mich heute)
<Loading Image...> musste ich erahnen,
wenn die Musik anfing, da er eine Gedenkpause von einer Sekunde
hatte. Einige Resultate waren zudem unterirdisch, weil er ein "Auto Gain"
hatte; wenn im Lied nach einer Weile die Lautstärke plötzlich zunahm,
regelte er die Gesamtlautstärke für diese Aufnahme herunter.

Dabei erinnere ich mich an "Flash" von "Queen".

Bamm bamm bamm bamm - Flash (und die Aufnahme war im Eimer).
--
Andreas

PGP fingerprint 952B0A9F12C2FD6C9F7E68DAA9C2EA89D1A370E0
Wolf gang P u f f e
2020-12-29 19:42:51 UTC
Permalink
Am 29.12.2020 um 08:24 schrieb Andreas Kohlbach:

[Mitschnitte im Radio]
Post by Andreas Kohlbach
Damals, als wir noch mit den Zähnen die Löcher in die Lochkarten
stanzten, war es eine Kunst, im Radio mitzuschneiden. Mit meinem ITT
Kassetten-Rekorder (bei dem Wort schaudert es mich heute)
<https://i.ytimg.com/vi/mDJb2YAKYG4/hqdefault.jpg> musste ich erahnen,
wenn die Musik anfing, da er eine Gedenkpause von einer Sekunde
hatte.
Auch ohne die Verzögerung bei meinem Recorder ist es mir viele Jahre
nicht gelungen, das Lied "Stop The Cavalry" von Jona Lewie von Anfang
an mit dem Trompetensignal aufzunehmen. Das lief ja nur selten im Radio.
Und heute? -> Youtube
Post by Andreas Kohlbach
Einige Resultate waren zudem unterirdisch, weil er ein "Auto Gain"
hatte; wenn im Lied nach einer Weile die Lautstärke plötzlich zunahm,
regelte er die Gesamtlautstärke für diese Aufnahme herunter.
Dabei erinnere ich mich an "Flash" von "Queen".
Bamm bamm bamm bamm - Flash (und die Aufnahme war im Eimer).
Oder die neue automatische Waschmaschine lief nebenan während der
Aufnahme, und das Programmschrittschaltwerk schaltete weiter.
Je nach gewähltem Programm, ratterte das mit Funkstörungen auf UKW
etliche Sekunden lang um die abgewählten Waschzyklen zu überspringen.
Das knackte und ratterte ordentlich, vor allem bei den Westsendern, die
ja eh nur relativ dünn zu empfangen waren.
Irgendwann hab ich da einfach den Stecker gezogen bei Aufnahmen, und
auch den betrieb sonstiger Geräte wie Kaffeemühle und Staubsauger
temporär "verboten"!

W.
Reinhard Zwirner
2020-12-30 15:16:12 UTC
Permalink
Wolf gang P u f f e schrieb:

[...]
Post by Wolf gang P u f f e
Oder die neue automatische Waschmaschine lief nebenan während der
Aufnahme, und das Programmschrittschaltwerk schaltete weiter.
Je nach gewähltem Programm, ratterte das mit Funkstörungen auf UKW
etliche Sekunden lang um die abgewählten Waschzyklen zu überspringen.
Das knackte und ratterte ordentlich, vor allem bei den Westsendern, die
ja eh nur relativ dünn zu empfangen waren. ...
Dafür gibt's heute bei Live-Aufnahmen Störungen, wenn das in
geringster Entfernung befindliche Handy mal wieder mit dem
nächstgelegenen Funkmast kommuniziert: "Ich bin hier!"

Leidgeprüft

Reinhard
Marc Olschok
2020-12-30 02:27:39 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
[...]
Post by Marc Olschok
Die heutige Version des "Mitschneidens" wäre das Abgreifen des
Internet-Streams des betreffenden Senders mit nachfolgendem Zuschneiden
des gespeicherten mp3.[...]
[...]
Das ist heute zu einfach (siehe meine Liste der MP3s, die ich hier aber
nicht poste ;-).
Damals, als wir noch mit den Zähnen die Löcher in die Lochkarten
stanzten, war es eine Kunst, im Radio mitzuschneiden. Mit meinem ITT
Kassetten-Rekorder (bei dem Wort schaudert es mich heute)
<https://i.ytimg.com/vi/mDJb2YAKYG4/hqdefault.jpg> musste ich erahnen,
wenn die Musik anfing, da er eine Gedenkpause von einer Sekunde
hatte.[...]
In den Zeiten von Kassetten habe ich das auch noch gemacht -- oder
besser versucht denn es ist mir fast nie gelungen. Wenn man Zeit
zu echten Tonbandgeräten zurückgeht, wäre dort das "nachträglich
zuschneiden" tatsächlich eine Option gewesen.
--
M.O.
Andreas Kohlbach
2020-12-31 00:15:48 UTC
Permalink
Post by Marc Olschok
Post by Andreas Kohlbach
Damals, als wir noch mit den Zähnen die Löcher in die Lochkarten
stanzten, war es eine Kunst, im Radio mitzuschneiden. Mit meinem ITT
Kassetten-Rekorder (bei dem Wort schaudert es mich heute)
<https://i.ytimg.com/vi/mDJb2YAKYG4/hqdefault.jpg> musste ich erahnen,
wenn die Musik anfing, da er eine Gedenkpause von einer Sekunde
hatte.[...]
In den Zeiten von Kassetten habe ich das auch noch gemacht -- oder
besser versucht denn es ist mir fast nie gelungen. Wenn man Zeit
zu echten Tonbandgeräten zurückgeht, wäre dort das "nachträglich
zuschneiden" tatsächlich eine Option gewesen.
Es hat bei mir ja grundsätzlich geklappt mit den "Mix-Tapes". Solange
kein Song Zicken mit einer fiesen Lautstärke am Anfang machte.

Mir fällt gerade ein zweiten Lied ein, was die Aussteuerung (oder wie man
das nennt) zunichte machten. Das war
Video Killed The Radio Star
von The Buggles. Nach dem zweiten "Aua" ab Sekunde 35 setzt hart das
Schlagzeug ein und zerstörte mir zuverlässig (bei zwei Versuchen) die
Aussteuerung.
--
Andreas

https://news-commentaries.blogspot.com/
Tante Emma
2022-08-18 02:43:57 UTC
Permalink
Gibt es überhaupt noch "Mitschneiden"?
Solange es de.alt.hoerfunk gibt, gibt es auch diese ewigen Klagen über
den deutschen Rundfunk. Es spielt dabei keine Rolle, ob man sich hier
nun einreihen möchte, oder nicht. Wenn man dann Alternativen nennt, den
PC am Internet als Weltempfänger beispielsweise, wird man selbst Ziel
dieser Beschwerden.

So nannte ich vor inzwischen vielen Jahren internationale Radiostationen
mit zumindest für mich interessantem Musikprogrammen und erntete den
Vorwurf, das sei jetzt aber nicht in Ordnung, Radio via Internet und
Kabel sei kein Radio, weil ja die drahtlose Ausstrahlung nicht gegeben
sei. Nur drahtlos empfangene Sendungen seien Radio, über das man
überhaupt hier schreiben dürfe.

Der Ton wurde immer aggressiver, plötzlich stand ich selbst im
Mittelpunkt eines üblen Shitstorms und wehrte mich mit einer ironischen
Aussage, diese Sender würden mich ja nur bezahlen, weswegen ich sie zum
Hören vorschlage. Zumindest einer dieser Sender hat mir diese dann
Ironie ziemlich übel genommen. Ernsthafte Probleme hatte ich zwar keine,
aber seitdem bin ich vorsichtiger geworden.

Aus diesem Grunde gehe ich davon aus, dass Radio hören und über das
Programm jammern, Teile ein und desselben Medienkonsums sind und nicht
mit dem Hinweis auf durchaus hörenswerte Sendungen beantwortet werden
können. Deshalb verzichte ich gerne auf Vorschläge, was man denn mal
mitschneiden könnte und erkläre auch nicht, wie man das mit dem PC macht.

Mich persönlich interessieren per Hörfunk veröffentlchte Sendungen schon
seit vielen Jahren nicht mehr. Diese Zeiten sind vorbei. Das Internet
hat dem Radio den Rang abgelaufen. Radio taugt nur noch als Hintergrund
in Werkstätten, beim Autofahren, und so weiter. Ist also
sterbenslangweilig und besteht aus schlechter Musik, die ständig
wiederholt wird. Nicht mein Ding. Die Mucke aus dem Radio trifft mich im
Magen. "Oooodeon, Oooodeon". Was für ein Gedudel. NDR 2 hören und den
Magen entleeren. Irgendwann passiert mir das noch, zwar nicht zuhause,
aber irgendwie kriegt man von denen ja immer wieder mal was mit. Es ist
heute eine akustische Tristesse mit psychosomatischen Effekten.

Radio war gestern. Behaltet das in guter Erinnerung. Mehr kann man damit
nicht machen.

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